TÜRKISCHE TRADITIONEN

Das blaue Auge (Nazar Boncuk):

Das Nazar Boncuk (arab. Blick, Sehen oder Aufmerksamkeit) ist eine Art Talisman in Form eines tropfenförmigen blauen Auges. Der Glaube an seine Kraft ist in der Türkei allgegenwärtig und deshalb überall zu finden, ob in Wohnungen, Geschaeften oder draussen auf den Einkaufsstrassen. Nach dem türkischen Volksglauben soll das Blaue Auge besonders Babys und Kinder, Fieh, Fahrzeuge und alles Wertvolle und Schöne, vor dem bösen Blick schützen. Verantwortlich für den “bösen Blick” ist der übel wollende Neid.

Türkischer Kaffee :

In der Türkei ist der traditionelle Mokka mehr als nur ein Heißgetränk. Er ist bei vielen eine Lebenseinstellung. Die Herstellung von Mokka ist die vermutlich älteste und traditionsreichste Methode, Kaffee zu machen. Die richtige Bezeichnung für das braune, koffeinhaltige Heißgetränk lautet aber eigentlich türkischer Kaffee. Der Kaffee wird so fein wie möglich gemahlen und das Ergebnis gleicht eher Kaffeestaub als Pulver. Wer einen türkischen Kaffee zubereiten will, benötigt dafür auch bestimmte Utensilien. Am wichtigsten ist das kleine Aufgusskännchen aus Edelstahl oder Kupfer, welches als “Ibrik” oder “Cezve” bezeichnet wird. Getrunken wird die Kaffeespezialität aus Mokkatassen, die in etwa so viel groß sind wie Espressotassen.
Zwar wird der gesamte Kaffee in die Tasse gegossen, aber es wird nicht alles getrunken. Der Kaffeesatz bleibt am Boden zurück. Dieser kann aber weiter verwendet werden, zum Beispiel zum berühmten Kaffeesatzlesen.
Üblicherweise wird türkischer Kaffee von süßem Gebäck wie Baklava, Datteln oder Feigen begleitet. Sie harmonieren perfekt mit dem kräftigen Mokka-Geschmack, wollen ebenfalls in Ruhe genossen werden und sind traditionell immer dabei. Es geht natürlich auch mit “Turkish Delights”.
Der Kaffee wird in der Türkei meist mit Zucker zubereitet.
Sowohl bei der Zubereitung, als auch beim Verzehr des türkischen Kaffees wird viel wert auf Gelassenheit und Langsamkeit gelegt. Der Kaffee wird in aller Ruhe getrunken.

Hier in unserem Blog finden Sie noch mehr Informationen über den Türkischen Kaffee.”

Henna-Abend:

Der Henna-Abend für die Frau (Kina Gecesi) ist ein türkisches Ritual vor der Hochzeit. An diesem Abend wird das Junggesellinnendasein der Braut verabschiedet.
An der Feier selbst nehmen i.d.R. nur Frauen teil, bei der Henna-Prozedur wird dann der Bräutigam dazu geholt. Es wird getanzt und gegessen, bis der Teil kommt an dem das Henna aufgetragen wird. Die Braut tauscht nun das Abendkleid, gegen ein traditionelles, meist rotes Gewand und ein rotes Seidentuch über dem Kopf. Die Gäste bilden einen Kreis um die Braut und den Bräutigam. Das Henna, das vorher mit Kerzen auf einem Tablett geschmückt wurde, wird nun tänzerisch über das Brautpaar gehalten. Meistens machen das die Familienmitglieder oder enge Freunde der Braut. Anschließend werden traurige Lieder gesungen, um die Braut zum Weinen zu bringen, weil sie nun das Elternhaus verlässt.

Türkische Hochzeiten:

Eine türkische Hochzeit ist alles, aber unter keinen Umständen schlicht. Es ist nicht selten, dass mehr als 300 Gäste auf der Feier anwesend sind. Es gibt viele türkische Hochzeitsbräuche und Traditionen, die auch auf modernen Hochzeiten noch sehr ernst genommen werden. In der Türkei handelt es sich bei einer Hochzeit immer um ein rauschendes Fest, das durchaus auch mehrere Tage andauert. Denn die türkische Kultur definiert eine Trauung als ein gesellschaftliches Ereignis, das von hoher Wichtigkeit ist. Das spiegelt sich in vielen Punkten wider. Es wird nicht nur gefeiert, getrunken und gegessen – auch viele traditionelle Schritte muss das Brautpaar absolvieren, bis es endlich verheiratet ist.

Türkisches Bad / Hamam:

Ein Hamam ist ein Dampfbad, in dem eine spezielle Badezeremonie abgehalten wird. Im Fokus steht dabei die Entspannung durch Wasserdampf und eine anschließende Massage mit Seifenschaum. Hamams waren ursprünglich öffentliche Badezimmer, die im Mittelalter im islamischen Raum errichtet wurden. Das traditionelle türkische Ritual dient dort bis heute zur Körperpflege, Reinigung und zwischenmenschlichen Kommunikation. Mittlerweile sind orientalische Dampfbäder auf der ganzen Welt verbreitet.
Wir haben bereits einen Beitrag über unser Hamam im Club Kastalia geschrieben. Schauen Sie doch einmal vorbei: ‘‘CLUB KASTALIA HAMMAM UND SPA’’.

Türkische Küche:

Die Türkische Küche wird von vielen Kennern als die vielfältigste der Welt bezeichnet.
Vor allem die zahlreichen Gewürze und Kräuter, die für den einzigartigen Geschmack und Duft der Speisen verantwortlich sind, machen die türkische Küche zudem was sie heut ist. Mit der Ausbreitung des osmanischen Reiches verbreitete sich auch die türkische Kochkunst. Aufgrund von fernen Reisen, sowie Kriegszügen wurden auch ausländische exotische Gewürze und bisher fremde Zutaten im türkischen Raum bekannt und die verschiedensten Spezialitäten verfeinert und weiterkreiert. Neben frischem Gemüse spielen vor allem Lamm-, Kalb-, Rindfleisch, Huhn aber auch teilweise Meeresfrüchte und Fisch eine große Rolle.
Schauen Sie für noch mehr Informationen rund um die Türkische Küche bei unserem Blogbeitrag ‘’ TÜRKISCHE SPEZIALITÄTEN AUS DEM CLUB KASTALIA RESTAURANT’’ vorbei.

Türkischer Tee (Çay):

Türkischer Tee ist das Nationalgetränk der Türkei und wird seit hunderten Jahren in der Provinz Rize, am Schwarzen Meer angebaut. Der schwarze Tee wird meist als loser Tee verkauft. In der Türkei wird beinahe zu jeder Gelegenheit Tee angeboten. Die traditionellen türkischen Teehäusern gibt sie in jedem kleinen Dorf. In ihnen wird den ganzen Tag lang geplaudert, türkischer Tee getrunken und Brettspiele werden gespielt. Auch nach der Mahlzeit wie im Restaurant wird der Tee angeboten.
Der Tee gehört in der Türkei fest zur Nationalkultur, was sich in seiner Präsenz im alltäglichen Leben wiederspiegelt.

Ayran:

Ayran ist ein säuerlich buttermilch ähnliches Getränk, bei dem Joghurt mit Wasser im Verhältnis von 2:1 schaumig gerührt wird. Dann wird es gesalzen und am besten kalt genossen. Oft und gerne wird Ayran auch beim scharfen Essen serviert, denn das Fett im Getränk bindet die scharfen Stoffe im Mund. Auch nach Fleisch ist der Ayran ein beliebtes Getränk.

Raki:

Raki ist Nationalgetränk in der Türkei, aber auch über deren Ländergrenzen hinaus weitverbreitet. Raki ist eine Spirituose, die aus Rosinen, Weintrauben und Anis hergestellt wird. Jedoch erst im Anschluss an die Destillation wird Anis hinzugefügt, der dem ganzen Getränk sein spezielles Aroma verleiht.
Grundsätzlich kann man Raki pur oder mit Zusatz von etwas Wasser trinken. Aufgrund der milchigen Eintrübung die entsteht, wenn man Raki mit Wasser verdünnt, wird Raki umgangssprachlich auch als Löwenmilch (auf Türkisch „Aslan sütü“) bezeichnet. Raki ist auch ein beliebtes Getränk zum Fisch essen.

Döner Kebab:

Benannt ist der Snack nach seiner Zubereitungsart, denn Döner Kebab wird als „sich drehendes Fleisch“ übersetzt. Die in deutschen Städten erhältliche Variante unterscheidet sich trotz typischer Zubereitung aber dennoch deutlich vom türkischen Original. In der Türkei wird kein Fladenbrot genutzt, sondern Pide, welches zusammen gerollt wird.
Döner Kebab ist ein Fleischspieß mit großen Fleischscheiben, die in Marinade gewürzt wurden. Das krosse Fleisch bildet den Hauptbestandteil des typischen Döner Kebab. Der Ursprung des Döner Kebabs ist bis heute nicht zweifelsfall geklärt, denn die senkrechte Garmethode und Kombination mit Fladenbrot kam zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Orten der Welt auf. Das ursprüngliche türkische Gericht war nur mit Lammfleisch und Hammelfleisch, mittlerweile sind auch außerhalb der Türkei Geflügel-, Rind- und Kalbfleisch üblich beim Döner Kebab. Die meisten Dönerbuden servieren Pide Döner, das heißt im Pide Brot eingewickeltes geröstetes Fleisch.

Simit:

Simit ist ein ringförmiger Sesamkringel aus Hefeteig mit Sesamkörnern auf einer goldbraunen Kruste. Seine Ursprünge gehen etwa 500 Jahre zurück ins Osmanische Reich. Damals wurde das Gebäck auch im Balkan stark verbreitet. So heißt der Sesamkringel in Griechenland Koulouri, in Bulgarien und Mazedonien nennt man ihn Gewrek und in Serbien heißt er Devrek. In der Region Izmir ist der türkische Simit auch als Gevrek bekannt, was wortwörtlich „knusprig“ heißt. Auf den Straßen ist der Simit neben den Bäckereien vor allem noch bei mobilen Simitverkäufern täglich frisch zu kaufen und ein sehr beliebter Snack zu jeder Tageszeit. Ob morgens auf dem Weg zur Arbeit, zu einem Glas Çay oder beim Frühstück mit Käse und Oliven. Sein originaler Geschmack ist zu erkennen, wenn er leicht süß schmeckt, innen nicht zu weich und außen nicht zu trocken ist.
Simit ist die türkische Antwort auf die deutsche Brezel und so waren sie zu der Zeit der Osmanen sogar im Fastenmonat Ramadan eine Ersatzmahlzeit der Soldaten, während sie nach Sonnenuntergang Dienst hatten.

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